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  • Sonja Gatterwe

About Susanne Bonowicz

Kurztext im Rahmen der Doppelausstellung "Connected Structures" | Uhlig Gallery, Leipzig | September 2022


Fast wie eine Patchworkdecke, die sich selbst zu stricken scheint, offenbart sich das instinktive Kompositionsspiel der Künstlerin als lebendiger Schöpfungsprozess: Die Natur muss man nicht erschaffen, das tut sie von ganz allein.

Abstraktes Gemälde in Pink, Schwarz, Gelb, Orange
© Susanne Bonowicz, Three is a party, Acryl auf Leinwand, 2022.

Susanne Bonowicz kreiert farbintensive Erlebniskarten, konstruiert und kombiniert aus den Eindrücken, die sich ihr auf Ausflügen in die urbane Welt einprägen. Fragmentarisch zusammengesetzt erhalten wir einen dynamischen Einblick in ihre Gedankenfetzen, Gerüche, Fotoschnipsel von Straßensituationen, Leuchtreklamen und Plakaten. Das erfrischend impulsive Ergebnis liest sich wie ein organisches Puzzle. Jedes Stück fällt dabei in den Platz, für den es vorbestimmt zu sein scheint und erschafft das Gesamtbild eines organisierten Durcheinanders, eines sich selbst regelnden Mikrokosmos. Hier dürfen und sollen sich Formen, Linien und Fragmente überlappen und um ihre existenzielle Rangordnung auf der Leinwand buhlen. Die Künstlerin konstruiert ihre Erinnerungsmappen einerseits und arbeitet zugleich doch intuitiv: Wie auch in der Stadt muss bei Bonowicz die Distel im Beton selbst um ihr Überleben kämpfen. Das Ringen um die warmen Sonnenstrahlen ist dabei keine aggressive Anstrengung, vielmehr gleicht es dem Sich-Gegenseitigen-Umtänzeln von Kletterpflanzen auf ihrem Weg zum Licht.


Abstraktes Gemälde mit Pink, Orange, Gelb, Schwarz
© Susanne Bonowicz, Silent Arrow, Acryl auf Leinwand, 2022

Bonowicz‘ Farben ähneln der vitalen Palette Hilma af Klints und verschaffen ihren Erinnerungs(ge)schichten Frische und Modernität. Zwischen kräftigen Orange-Rosa Nuancen und seichten Pastelltönen bahnt sich mal ein Tiefschwarz, mal ein Neongelb den Weg durch die Lebenseindrücke der Künstlerin. Ihre energetischen Farben beleben die individuellen Versatzstücke, die mal breit und schwer, dann wieder als blass- leichte Kringel auf der Leinwand zu entdecken sind.


Kreiert Bonowicz mit ihren Acryl-Markern kurz-kleine Striche in die Karte, ist es dabei der Gestus selbst, der sie an die Schnelllebigkeit und Hektik der Großstadt erinnert.


Fast wie eine Patchworkdecke, die sich selbst zu stricken scheint, offenbart sich das instinktive Kompositionsspiel der Künstlerin als lebendiger Schöpfungsprozess: Die Natur muss man nicht erschaffen, das tut sie von ganz allein. Die Deutungsoffenheit in Bonowicz abstrakter Kunst ist eine Einladung, dem natürlichen Prozess freien Lauf zu lassen und im schönsten Zufall die Distel im Beton zu entdecken.



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