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  • Sonja Gatterwe

About Tobias Stutz

Kurztext im Rahmen der Ausstellung "Rural // City" | Uhlig Gallery, Leipzig | April 2022 | veröffentlicht auf der Website der Galerie


Tobias Stutz Bauwerke des Künstlers erinnern an utopisch schöne Airbnb-Werbung: Schick, charmant, minimalistisch. Es ist der Mix aus inszenierter Social-Media-Ästhetik und einem Mies van der Rohe-Vibe, die Stutz‘ Arbeit so spannend machen.

modernes Haus mit Pool, Gemälde im Pool
© Tobias Stutz, Pavillion (C.D. Friedrich II), Öl auf Leinwand, 2018

Es ist der Mix aus inszenierter Social-Media-Ästhetik und einem Mies van der Rohe-Vibe, die Stutz‘ Arbeit so spannend machen. Denn trotz urbaner Modernität lebt in der Bauhaus-Architektur ein melancholischer Hauch der Vergangenheit weiter, der sich im Malstil des Künstlers widerspiegelt.


Hoppers ‚Nighthawks‘-Atmosphäre trifft auf Hockneys Pool-Ambiente: Tobias Stutz malt ästhetisch schlichte Bauhaus-Villen an schönsten Ausblickspunkten über Natur oder Stadt. Seine Kunst ist unaufdringlich und fein, seine Farben sind urban und modern: Ein metallisches Blau-Grau, ein sachliches Rot und dezentes Grün kreieren eine entschleunigte Atmosphäre, in der wir eingeladen sind zu verweilen.


Buntes Fensterlicht
© Tobias Stutz, Piet's Window II, Öl auf Leinwand, 2021

Die zeitlosen, ‚unverlebten‘ Bauwerke des Künstlers erinnern an utopisch schöne Airbnb-Werbungen: Schick, aufgeräumt, charmant minimalistisch. Es ist der Mix aus inszenierter Social-Media-Ästhetik und einem Mies van der Rohe-Vibe, die Stutz‘ Arbeit so spannend machen. Denn trotz urbaner Modernität lebt in der Bauhaus-Architektur ein melancholischer Hauch der Vergangenheit weiter, der sich im Malstil des Künstlers widerspiegelt: Stutz‘ Kunst ist, als hätte man Instagram-Fotos von Leonardo DiCaprios Sommerdomizil in geschmackvolle Ölgemälde übersetzt.


Die Szenerien, die seine Gebäude umgeben, sind mal Städte, mal Naturlandschaften, sie sind vor allem abseits: Hier ist es nicht laut, nicht voll. Stutz‘ zeitlose Pavillons sind Orte zum Ankommen, zum Bei-Sich-Sein. Fast wirkt es so, als wären wir ganz bewusst hierher entwichen, um uns eine Auszeit zu gönnen.


Die Villen sind nicht leblos, sie sind verlassen – und die Abwesenheit Anderer ist es, die diese schlichten Bauten zum persönlichen Refugium macht. Wir sind es, die die Häuser des Künstlers beleben, solange wir in ihnen verweilen. Über dem glasklaren Pool hängt ein Werk von Caspar David Friedrich und spiegelt die tiefgründige Frage nach Mensch und Natur, Mensch und Stadt, Umgebung und Einsamkeit direkt zu uns zurück.


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