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  • Sonja Gatterwe

El Dorado | Robin Zöffzig

Ausstellungstext | Galerie Fabra Ars, Magdeburg | Uhlig Gallery, Leipzig | August 2021


Robin Zöffzig verarbeitet, was uns tagtäglich präsentiert wird, in knallbunter Werbung, in Selfie-Posen: Popkulturelle Reize vereint mit einem Hauch Fetisch – der Spiegel unserer narzisstischen Welt.


Gemälde einer bunten landschaft
© Robin Zöffzig, Im Land der vollen Häuser (Corona I), Öl auf Leinwand, 2020

Ein erwachsener Mann mit dem Charme eines Teenagers. Er witzelt, er malt.

Robin Zöffzig verarbeitet, was uns tagtäglich präsentiert wird, in knallbunter Werbung, in Selfie-Posen: Popkulturelle Reize vereint mit einem Hauch Fetisch – der Spiegel unserer narzisstischen Welt. In „El Dorado“ geht es mehr als sonst um Gefühle! Um Spaß, um eine lustige, heile Welt. Genauer gesagt eine Comic Welt, die es so nicht gibt. Mit der knalligen Fassade des Hedonismus stehen das Aufbrechen von Traditionen, sexuelle Freiheit, Sinneslust und Exzess im Zentrum seiner Werke. „El Dorado“ – das Goldland, eine mythologisch basierte Legende – verheißungsvoll und utopisch schön.


Gemälde einer Ruine
© Robin Zöffzig, Im Land der vollen Häuser (Corona V), Öl auf Leinwand, 2020

Umgeben von Graffiti sind da Flecken, die man kennt: Bars und Clubs der Leipziger Szene. In Zöffzigs Gemälden unternehmen wir eine kleine Reise zu bekannten Orten in einer fremden Welt. Das erscheint besonders während der Corona Pandemie verlockend: Hier können wir etwas erleben!


Da ist Zöffzigs Ernsthaftigkeit, die den Wunsch nach Illusion und Realitätsferne den Betrachtenden entgegenschreit. In seiner selbsternannten „Candy Flip Flop Welt“ ist Voyeurismus erwünscht. Seine Figuren sind prall und weich, im Fokus steht die Betonung der Formen. Weibliche Körper, die in Latex gehüllt sind. Sie haben etwas puppenhaftes, sie wollen gefallen – und wir sind eingeladen, zu beobachten. So frei und wild seine „Candy Flip Flop Welt“ ist, umso strenger ist Zöffzig in der Herangehensweise ihrer Konstruktion: Er folgt einem strikten Regelwerk, das er sich selbst auferlegt hat. Er greift auf klassische Kompositionen der Malerei zurück und mixt diese mit einer popkulturellen Inspirationen aus Werbung, Tinder und Co.


Der Künstler nennt diesen Stil „Neopostposthistorismus“. Also irgendwie neu, irgendwo danach und ein bisschen in der Vergangenheit. In einer Zeit, in der wir zunehmend medialen Einflüssen ausgesetzt sind, in der Corona uns an die eigenen Vier-Wände fesselt und der Internetkonsum das tägliches Hobby darstellt, ist Zöffzigs „El Dorado“ ein begehrter Zufluchtsort.



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