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  • Sonja Gatterwe

Viele Welten | Bruno Griesel

Ausstellungstext | Galerie Fabra Ars, Magdeburg | Februar 2023


Mal setzen wir uns ans Klavier zur Dame im roten Kleid, mal bewundern wir die Astronomin Hypatia in einer Sphäre aus blaugrünem Konfetti. In ihrer Hand? Der Spitzkohl. Seine Unendlichkeit? Die grenzenlose Interpretation seiner Geometrie.


Ölgemälde
© Bruno Griesel, Vielewelten (Ausschnitt), Öl auf Leinwand, 2023

Was hat ein Spitzkohl mit der Unendlichkeit gemeinsam? In VIELE WELTEN geht es um mehr als Paralleluniversen, Stilpluralismus und Konfetti. Wie in einer vorbeirauschenden Zugreise durch die Möglichkeiten von Zeit und Raum erleben wir die unterschiedlichen Schaffensphasen des Künstlers und werden dabei angehalten, die Perspektive zu wechseln. Zwischen ausdrucksstarken Gesichtszügen sind da fein zärtliche Grafiken, wild verwischte Landschaftsszenerien und die schlichte Schönheit Griesels klarer Figuren.


Die abwechslungsreichen Farben der Werke spiegeln ihre Wandlung durch die Zeit wider: Mal bestimmt ein impulsives Seegrün die Bildatmosphäre, mal historisiert ein melancholisches Blutorange im Hintergrund. Zwischen matten Pastellblau-Tönen schimmert uns in einem anderen Kosmos die golden bestickte Kleidung des Matadors entgegen. Wir changieren zwischen Religion und Wissenschaft, Glauben und Gewissheit.


Ölgemälde
© Bruno Griesel, Die Pianistin, Öl auf Leinwand, 1982-99

In Griesels Welten schweben wir zwischen Madonna und einer alexandrinischen Gelehrten, Renaissance und Central Park. Hier offenbart jeder Zeitabschnitt einen erfahrbaren Raum, in den uns der Maler einblicken lässt. Er verweigert sich der Beliebigkeit und schafft es zugleich zu einem abstrakten Begreifen, einem spektakuläreren Verständnis anzuregen: Kreise werden zu Ellipsen, zum Kegel, zum Spitzkohl. Nehmen wir den Blickpunkt des Künstlers ein, dehnen wir uns in den infiniten Welten der optischen Wahrnehmung aus. Die Reise durch die grenzenlosen Möglichkeiten lädt zum Innehalten in Griesels Wunderwerken ein.


In „VIELEWELTEN“ steigen wir an verschiedenen Stationen aus: Mal setzen wir uns ans Klavier zur Dame im roten Kleid, mal bewundern wir die Astronomin Hypatia in einer Sphäre aus blaugrünem Konfetti. In ihrer Hand? Der Spitzkohl. Seine Unendlichkeit? Die grenzenlose Interpretation seiner Geometrie. Der Künstler als Ausgangspunkt deutet ins Universum: Die Unendlichkeit ist relativ, unser Horizont ist erweiterbar.



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